Es war im Jahre 1926 in Wien, als sich ein junger Mann entschloss ein Unterhaltungs-Orchester mit dem Namen Atlanta-Band zu gründen. Der Mann hieß: Rudolf Bauer.

Bauer war ein begnadeter Schlagzeuger, allerdings mittellos. Das blieb nicht lange so: Das große Bedürfnis der Bevölkerung nach Unterhaltung und Ab-wechslung in den krisengeschüttelten 20er-Jahren aber vor allem die hohe Qualität der Musiker brachte der Atlanta-Band den gebührenden Erfolg - und Rudolf Bauer ein für die damaligen Verhältnisse gutes Einkommen.

   
 
   Rudolf Bauer (vorne, rechts)
   
 

Selbst Komponisten wie Franz Lehar und Pietro Mascagni wohnten den Konzerten bei und überhäuften die Künstler mit Komplimenten und Widmungen.
So trat das Ensemble, welches in immer neuen Formationen konzertierte, in nahezu allen Spiel- und Tanzstätten Europas der Zwischenkriegszeit auf.

   
 
   
 

Dem großen Erfolg wurde ein jähes Ende gesetzt. Auf Grund der politischen Umstände, des Machtwechsels und des darauf folgenden Krieges verstreuten sich die so erfolgreichen Bandmitglieder in alle Himmelsrichtungen. Teils gefallen, teils in Kriegsgefangenschaft verlor man sich.

   
 
   
  Bauer geriet in französische, dann belgische und zu guter Letzt in englische Gefangenschaft. Er nutzte selbst die Gunst dieser Stunde und „konzertierte“ für Zigaretten und Lebensmittelrationen in Offizierskasinos und Gefangenenlagern.
   
 
   
 

Rund 70 Jahre danach, erfüllt sich der Geiger und Enkelsohn von Rudolf Bauer, Wolfgang Göllner, einen lange gehegten Wunsch und erweckt den „Familienbetrieb“ wieder zu neuem Leben.

   
 
   Wolfgang Göllner
   
 

Göllner konzertierte als Solist bereits in nahezu allen Ländern der Erde und war Konzertmeister im Stadttheater Klagenfurt des „KSO (Kärntner Symphonie Orchester)“, im „Orchestre National du Capitole de Toulouse“, im „Residenz Orchester Den Haag“ und im Staatstheater Mainz.

Als Solist debütierte Göllner alleine im Jahre 1997 zweimal im Großen Wiener Musikverein, im großen Saal des Brucknerhauses Linz, im Grazer Stefaniensaal und im Wiener Brahmssaal und eröffnete im Jahre 1998 den neu renovierten Schubertsaal im Wiener Konzerthaus mit einem Sonatenabend. Ebenfalls 1998 hatte Göllner sein Debüt im ausverkauften „Theatro Cologne“ von Buenos Aires mit Franz Lehars „Paganini“.

   
 
   Riccardo Muti & Wolfgang Göllner
 Madrid 1991
   
 

Göllner konzertierte mit Orchestern wie dem „Vienna Festival Symphonie Orchestra“, dem „Heidelberger Kammerorchester“, der „National Philharmonie Kosice“, dem „National Chamber Orchester Moldava“, der „Wiener Mozart Akademie“ unter Lord Menuhin, der „Bundesländer Philharmonie“, der „Philharmonie Westfalen“, der „Konzertvereinigung der Wiener Volksoper“ (Klangbogen 1998), dem „Kärntner Symphonie Orchester“ und dem „Strauß-Ensemble der Wiener Symphoniker“.

Die von Göllner gewählte Besetzung seiner Atlanta-Band – Violine, Klavier, Kontrabass und natürlich Schlagzeug – kann man in der Unterhaltungs- und Jazz-Branche als „klassisch“ bezeichnen.
Die einstudierte Literatur wird nicht nur dem Repertoire der „Urformation“ aus den 20-ern gerecht, sondern spannt ihren Bogen von anspruchvollster Unterhaltungsmusik der Vor- und Nachkriegszeit bis hin zum Chanson und zum Schlager der 60-er und 70-er Jahre.
Schwerpunkte des Konzertprogramms bilden zudem die Zeitgenossen Bauers, wie Fritz Kreisler, Sergej Prokofjew, Kurt Weill und Astor Piazzolla, um nur einige zu nennen.

Wirklich neu ist die Art und Weise der Musikpräsentation! - Der Künstler strebt über die Kombination von Musik, Video und Fotoprojektion ein multimediales Gesamtkunstwerk an, welches an emotionaler Dichte kaum zu überbieten ist. So nutzt Göllner gekonnt die Möglichkeit eines erweiterten Interpretationsspektrums, welches die Grenzen eines herkömmlichen Konzertes bei Weitem sprengt.